Was hilft bei Schulter- und Nackenschmerzen?

Schulterschmerzen und Nackenschmerzen sind weltweit die zweithäufigsten Gründe für Menschen, einen Arzt aufzusuchen. Oft sind die Schmerzen so stark, dass sogar eine Krankschreibung erfolgt. Die Häufung dieser Beschwerden nimmt stetig zu. Statistisch gesehen geht jeder Zweite bis Dritte mindestens einmal im Jahr aufgrund von Schulter- und Nackenschmerzen zum Arzt.

Auch das immer häufiger werdende Homeoffice fördert einseitige und ungesunde Haltungen. Bei Nackenschmerzen liegt in 90 % der Fälle kein strukturelles Problem zugrunde, sondern sie sind lediglich ein Symptom. Das macht die Behandlung und vor allem die Prävention besonders effektiv und sinnvoll. Aber was genau hilft bei Schulterschmerzen und Nackenschmerzen? Wir geben Aufschluss!

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Aufbau der Halswirbelsäule
  • Was passiert bei Nackenschmerzen?
  • Was muss ich bei Nackenbeschwerden tun?
  • Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
  • Was kann Physiotherapie bei Schulterschmerzen / Nackenschmerzen bewirken?
  • Wie kann Sport bei Schulterschmerzen / Nackenschmerzen helfen?

Aufbau der Halswirbelsäule

Die Halswirbelsäule der Menschen besteht aus sieben Wirbelkörpern, die durch die Wirbelgelenke miteinander verbunden sind. Zwischen den Wirbeln liegen die Bandscheiben. Stabilisiert wird die Wirbelsäule durch Bänder und starke Muskulatur. Die Muskulatur an der Halswirbelsäule kann zwischen der tiefen Muskulatur, die für die Stabilität verantwortlich ist, und der oberflächlichen Muskulatur, die für die Bewegung zuständig ist, unterschieden werden.

Was passiert bei Nackenschmerzen?

Schulter- und Nackenschmerzen rühren häufig von Fehlhaltungen her. Durch immer gleiche, lang andauernde Haltungen können sich Muskeln verspannen und dadurch für Schmerzen sorgen. Arbeiten am Computer oder monotone Bewegungen wie Fließbandarbeit gehören zu den häufigsten Ursachen. Diese auf Dauer ungesunden Bewegungen oder Haltungen führen dazu, dass sich ein muskuläres Ungleichgewicht einstellt. Während eine Muskelpartie ständig unter Zug steht, werden die anderen Muskeln vernachlässigt und verkürzen sich auf Dauer.

 

Typische Symptome bei Schulterschmerzen / Nackenschmerzen:

  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Schwindel
  • Schwächegefühl in den Armen
  • Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule

Nacken- und Schulterschmerzen sind aber nicht nur auf falsche oder mangelnde Bewegung zurückzuführen. Auch folgende Faktoren können Einfluss auf Schulter- und Nackenbeschwerden haben:

  • Stress und/oder Schlafmangel
  • Psychische Belastung

Was kann ich bei Nackenbeschwerden tun?

Schulter- und Nackenschmerzen sind weit verbreitet, was sie für viele Menschen zu einem ständigen oder immer wiederkehrenden Begleiter machen. Wichtig ist, bei Nackenschmerzen ruhig zu bleiben. Wie oben bereits erwähnt, sind in den allerwenigsten Fällen strukturelle Veränderungen oder Verletzungen Ursprung der Schmerzen.

Es kann helfen, den Muskeln ein wenig Entspannung zu gönnen. Wärme kann hierbei unterstützen. Gleichzeitig sollte man aber vermeiden, eine Schonhaltung einzunehmen, oder sich gar nicht mehr zu bewegen. Das wirkt in den meisten Fällen kontraproduktiv. Bewegung ist also keineswegs schlecht, sondern hilfreich. Ein guter Richtwert für Büroarbeiter ist: Bauen Sie alle 60 Minuten eine kleine Bewegungspause in Ihren Alltag ein!

Stress zu reduzieren und ausreichend zu schlafen sind ebenfalls wichtige Faktoren, die Schulter- und Nackenschmerzen lindern können. Damit es aber gar nicht erst zu Schmerzen kommt, ist es neben ausreichend Schlaf und einem angepassten Alltag wichtig, die Rückenmuskulatur zu stärken. Denn je stärker die Muskulatur, desto weniger anfällig ist diese für Verspannungen und Fehlhaltungen.

 

Ein Überblick über geeignete Maßnahmen gegen Schulter- und Nackenschmerzen:

  • Entspannung der Muskeln – z.B. durch Wärme
  • Schonhaltungen vermeiden
  • Stress vermeiden / reduzieren, ausreichend lange schlafen
  • Muskulatur stärken

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Nur ungefähr 1% der Nackenschmerzen sind abklärungsbedürftig. Fast jeder Mensch leidet in seinem Leben mindestens einmal an Schulter- und Nackenschmerzen. Die meisten Fälle sind durch eine gesunde Lebensform und ausreichend Bewegung vermeidbar.

Sollten die Schmerzen allerdings stetig stärker werden, sich eine ausgeprägte Schwellung zeigen oder Schluck- oder Atembeschwerden auftreten, ist die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen. Gleiches gilt für Schwindelgefühle, die zu Ohnmachtsanfällen führen, oder Sensibilitätsverlust in den Extremitäten. In diesen Fällen sollten neurologische Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden.

Was kann Physiotherapie bei Schulterschmerzen / Nackenschmerzen bewirken?

Physiotherapie kann bei Schulterschmerzen bzw. Nackenschmerzen helfen. Die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken wird wiederhergestellt, sodass sich die verspannte Muskulatur entspannen kann. Für die Akutbehandlung können Manuelle Therapie und Wärme verordnet werden.

Langfristig hilft vor allem gerätegestütze Krankengymnastik, damit die Muskulatur gestärkt und die Stabilität der Halswirbelsäule wiederhergestellt und verbessert wird. In der Physiotherapie gegen Schulterschmerzen / Nackenschmerzen werden außerdem Heimübungen zur langfristigen Verbesserung der Kraft und Stabilität gezeigt. Statistiken zeigen, dass die meisten Menschen Defizite in der Muskulatur aufweisen. Frauen sind laut dieser Statistiken davon häufiger betroffen als Männer.

Sport bei Nackenschmerzen / Schulterschmerzen — kann das helfen?

Kann Sport bei Nackenschmerzen bzw. Schulterschmerzen helfen? Kurz und knapp: ja! Mangelnde Bewegung gehört zu den häufigsten Ursachen für Nackenschmerzen. Daher ist es umso wichtiger, auch präventiv die Muskulatur zu stärken. Besonders essenziell sind hier die Nacken-, Schulter- und Armmuskulatur. Denn je stärker diese trainiert sind, desto unwahrscheinlicher werden wiederkehrende Schulter- und Nackenschmerzen.

Ein gutes Maß für gerätebasiertes Training sind hier zwei bis drei Trainingseinheiten in der Woche. Aber auch in den Alltag sollten Sie immer wieder kleine Bewegungen integrieren. Denn regelmäßige Bewegung ist der Schlüssel zu einem gesunden und schmerzfreien Leben.